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Ein Keilriemen besteht im Wesentlichen aus drei Funktionsschichten, die gemeinsam für zuverlässige Kraftübertragung, Formstabilität und eine lange Lebensdauer sorgen:
Umhüllungsgewebe (Deckschicht)Die äußere Hülle schützt den Riemen vor Abrieb, Schmutz, Öl und Witterung. Je nach Riemenart handelt es sich um einen Textilmantel (ummantelte Keilriemen) oder eine spezielle Elastomerschicht (flankenoffene, gezahnte Keilriemen). Sie sorgt außerdem für einen ruhigen Lauf in der Riemenscheibe.
Gummikern (Körper / Einbettmischung)Der Gummi- bzw. Elastomerkern bildet den Hauptkörper des Keilriemens. In dieser Gummimischung sind die Zugstränge eingebettet. Die Zusammensetzung bestimmt unter anderem Temperaturbeständigkeit, Flexibilität und Verschleißverhalten.
Zugstrang (Zugträger / Cordfäden)Im Zugstrang verlaufen hochfeste Cordfäden, meist aus Polyester oder Aramid (je nach Riementyp). Sie nehmen die Zugkräfte auf, stabilisieren den Riemen in Längsrichtung und sind entscheidend für Kraftübertragung, Dehnungsverhalten und Lebensdauer des Keilriemens.
Durch das abgestimmte Zusammenspiel dieser drei Bauteile entsteht ein formstabiler, verschleißfester Keilriemen, der Drehmoment zuverlässig von der Antriebs- auf die Abtriebswelle überträgt.
Flankenoffene Keilriemen besitzen keine textile Außendecke. Die offenen Flanken greifen direkt in die Riemenscheibe ein und die Verzahnung sorgt für höhere Flexibilität, bessere Kühlung und eine insgesamt effizientere Kraftübertragung.
Typische Anwendungen: Kompakte Industrieantriebe, HVAC, Werkzeugmaschinen, Fördertechnik, Aggregate.
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Ummantelte Keilriemen besitzen eine geschlossene textile Hülle, die den Riemen zuverlässig vor Abrieb, Schmutz, Staub, Öl und äußeren Einflüssen schützt. Sie stehen für hohe Robustheit, ruhigen Lauf und eine lange Lebensdauer, selbst unter anspruchsvollen Betriebsbedingungen.
Typische Anwendungen: Industrieanlagen, Gebläse, Pumpen, Landmaschinen, Werkstattmaschinen, Kommunaltechnik.
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Kupplungsriemen (z. B. 3L, 4L, 5L) sind eine spezielle Bauform der Keilriemen und wurden für Antriebe mit Rückenspannrollen, Kupplungsmechaniken und häufigen Lastwechseln entwickelt. Sie übertragen nicht nur Kraft, sondern müssen auch ein definiertes Schlupfverhalten zulassen, ohne Schaden zu nehmen.
Ein wesentliches Merkmal ist der hochfeste Aramid-Zugstrang, der nahezu dehnungsfrei ist und sehr hohe Zugkräfte aufnehmen kann. Dadurch eignen sich Kupplungsriemen ideal für Rückenspannrollen und komplexe Riemenführungen, wie sie in Garten- und Kommunaltechnik üblich sind.
Der Textilmantel sorgt gleichzeitig dafür, dass der Riemen bei Bedarf kontrolliert schlupft – ein entscheidender Vorteil bei Kupplungsvorgängen, bei denen die Kraft sanft und dosiert übertragen werden muss.